Die Firma Tanner Odermatt Architekten benötigte für ihre Website kreative Corporate Fotos, um ihr Team authentisch darzustellen. Als Praktikantin durfte ich aktiv am Business Portrait Shooting teilhaben. So erhielt ich nicht nur neues theoretisches und technisches Wissen im Bereich der Fotografie, sondern auch besondere Einblicke in die Geschichte und das Miteinander des Teams von Tanner Odermatt Architekten.

Wollt ihr wissen, wie neben typischen Businessportraits zusätzlich kreative, authentische Bilder entstanden, die die Persönlichkeit und den Tätigkeitsbereich jedes Einzelnen zeigen? Und wie sich das Corporate Shooting ganz nebenbei zu einem echten Teamevent entwickelte? In diesem Beitrag schildere ich meine Eindrücke und lasse die Making-of-Bilder sprechen – folgt mir hinter die Kulissen beim Corporate Shooting im BOOSTR Studio und taucht ein in die Welt der Unternehmensfotografie.

Text & Making-of-Fotos: Lisa Schlenker aka Lili

Finale Bilder: Markus Mallaun

Hinter den Kulissen im BOOSTR Studio

Wo ich üblicherweise am Schreibtisch texte, werde ich nun Teil meiner ersten Inhouse-Produktion: die Mitarbeitenden von Tanner Odermatt Architekten kommen für das Corporate Shooting zu uns ins Studio. Der zentrale Raum, den man als erstes betritt, wenn man zu BOOSTR kommt, verbindet die angrenzenden Bereiche wie Fotostudio, Büro und Atelier – und erzählt in seiner Gestaltung die Geschichte von über 15 Jahren kreativer Arbeit. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich hier vor nicht allzu langer Zeit Serpil und Markus das erste Mal begegnete. Mit dem Billardtisch und den verschiedenen Sitznischen lädt der Raum einerseits zum Verweilen ein, die handgefertigten Backdrops an den Wänden, das in zahlreichen Boxen geordnete Foto-Zubehör und die stilvoll kuratierten Schätze aus dem BOOSTR-Fundus lassen einem direkt ins Universum der Agentur eintauchen. Heute dürfen wir hier das gesamte Team von Tanner Odermatt Architekten willkommen heissen.

Corporate-Fotos mit Persönlichkeit

Von der Aufregung, die normalerweise bei Menschen herrscht, denen ein Business Portrait Shooting bevorsteht, ist wenig zu spüren. Gleich nach ihrer Ankunft plaudern die soon-to-be Fotomodels bei Kaffee und Leckereien, manche haben schon spielerisch ein Queue in der Hand. Es ist schön zu sehen, wie die Atmosphäre auf diese Weise mit positiver Energie aufgeladen wird. Dass sich alle wohlfühlen, ist auch eine wichtige Voraussetzung für die Aufnahmen. Das Ziel war es, kreative Portraits für Unternehmen zu schaffen, die sowohl Professionalität als auch Individualität widerspiegeln. Das Konzept für das Shooting: Von jeder Person werden zwei Fotos gemacht – ein klassisches Businessportrait und ein zweites, unkonventionelleres Bild, auf dem mit einem individuell gewählten Arbeitsgegenstand posiert wird. Dabei darf es gern auch etwas kreativer zugehen. Auf der Website sind beide Versionen miteinander verknüpft: Fährt man mit dem Mauszeiger über das Portrait, wechselt es automatisch zur zweiten, persönlicheren Aufnahme – einfach per Mouse-over, ganz ohne Klick.

Setup mit Licht und Mittelformat beim Business Portrait Shooting

Für die hohe Auflösung und den breiten Dynamikumfang verwendet Markus eine Fuji GFX II Mittelformatkamera. Unser Studio, wo die Portraits entstehen, haben wir bereits am Vortag eingerichtet. Zwei Hintergrundpapiere in den Brauntönen Mocha und Egg Nog – ursprünglich von Savage – haben wir nebeneinander an der Wand befestigt. So kann das Model mit wenigen Schritten von einem Set ins nächste wechseln. Die Kamera ist auf einem Säulenstativ befestigt, damit sich die Kamera exakt auf einer Linie verschieben lässt. Markus erzählt mir bei dieser Gelegenheit, dass die Schweizer Firma SOBA dieses praktische Stativ in so hoher Qualität produzierte, dass es unzerstörbar ist. In der Branche witzelt man anscheinend sogar, dass ausgerechnet diese Unzerstörbarkeit dem Hersteller zum Verhängnis wurde. Kaum ein Studio, das nicht eines besitzt und weil keines ersetzt werden musste, verschwand wohl die Firma vom Markt.

Bei der Einrichtung des Setups durfte ich als Testmodel herhalten, während Markus durch Abdunklung und gezielte Lichtsetzung die idealen Bedingungen für die anstehenden Portrait-Aufnahmen schuf und mir nebenbei Anekdoten aus der Fotogeschichte erzählte: Für den einzigartigen Bildlook kommt das sogenannte Marlene-Dietrich-Licht (auch Butterfly-Licht) zum Einsatz. Die Namensgeberin, die Schauspielerin Marlene Dietrich, liess sich ausschliesslich mit diesem Licht fotografieren. Da es frontal von oben auf das Model gerichtet ist, hebt es die Wangenknochen hervor und lässt das Gesicht nicht nur wunderschön, sondern auch schlanker erscheinen.

Diese klassische Lichtführung stammt ursprünglich aus der Film- und Modefotografie der 1930er- und 1940er-Jahre. Sie schmeichelt der Gesichtsstruktur, bringt Tiefe und Klarheit ins Portrait – und verleiht dem Bild eine subtile, zeitlose Eleganz. Genau dieser Effekt war gewünscht: reduziert, aber wirkungsvoll. Klassisch im Aufbau – modern umgesetzt.

Vom Business Portrait Shooting zum Teamevent

Wir waren also eingerichtet und bereit für das Shooting. Nun lag die Herausforderung bei den Mitarbeitenden von Tanner Odermatt Architekten, sich vor der Kamera einmal eher seriös und dann sympathisch und originell zu präsentieren. Jede Person brachte ein persönliches ‚Gadget‘ mit – ein Gegenstand, der sinnbildlich für ihre tägliche Arbeit steht. Beim zweiten, verspielteren Bild wurden diese Requisiten verwendet – darunter Massband, Lasermessgerät, Bauplan, Farbfächer, Bauhelme, Zeichenpapierrolle, Holzplatten und einiges mehr. Mir gefiel, dass diese Fotosituation sehr viel Freiraum zur persönlichen Gestaltung liess: Es wurden verschiedene Posen ausprobiert, miteinander Ideen ausgetauscht, die Gegenstände auf verschiedene und erfinderische Arten eingesetzt. Im Team gab es viel Austausch, Ermutigungen und Unterstützung. Der authentische Auftritt der Mitarbeitenden führte zu einzigartigen Aufnahmen. Was ursprünglich als Corporate Shooting geplant war, entwickelte sich beinahe von selbst zu einem kleinen Teamevent; geprägt von Offenheit, Spontanität und gemeinsamer Kreativität. Das Klima von Vertrauen und der spürbare Teamgeist prägten nicht nur die Stimmung, sondern auch die Qualität der Bilder nieder. Das Business Portrait Shooting Tanner Odermatt Architekten wurde so zum kreativen Spielfeld für das gesamte Team. Dieses Projekt zeigte eindrücklich, wie kreative Portraits für Unternehmen auch ein Teamevent sein können.

Learnings einer Praktikantin

Bei diesem Corporate Shooting kann ich meine Fotografie-skills, weich und hart, bedeutsam erweitern. Da wir bei der Einrichtung des Setups viel Zeit hatten, was bei Kundenproduktionen vor Ort weniger der Fall ist, konnte Markus mir alles genau und an konkreten Beispielen veranschaulicht erklären. Zudem entstand beiläufig ein tolles Portrait von mir, ganz im Stil von Marlene Dietrich. Während des Shootings wird mir klar, dass für top Aufnahmen weitere Bedingungen nötig sind ausser dem Studio-Setup. Der soziale Rahmen und das Zusammenspiel aller AkteurInnen sind essenziell für das Ergebnis. Zu unserer technischen und räumlichen Ausstattung und Expertise bringen die Mitarbeitenden von Tanner Odermatt Architekten viel Teamgeist und Engagement mit.

Die finalen Fotos sind nun auf der Website von Tanner Odermatt Architekten. Die Website wurde von Wunderbox Marketing erstellt. Weitere Einblicke in unsere Arbeit sind hier zu finden.